Herzlich willkommen 
im Hoormann-Haus

Das Hoormann-Haus in der Friedenstraße 12 in Bolanden wurde 1998 von Hermann und Christine Hoormann als Atelier und Galerie gebaut. Seitdem bewahrt es die Werke des Künstlerehepaares, auch über den Tod der beiden hinaus.

Seit 2024 kümmert sich die vom Künstlerpaar testamentarisch verfügte „Hoormann-Stiftung – Kunststiftung im Donnersbergkreis“ um das Haus und die darin befindlichen Werke. 

Seit Mitte 2025 wird die Sammlung kunsthistorisch aufgearbeitet, Ausstellungen und Präsentationen sind ab Ende 2026 geplant.

Einzelne Veranstaltungstermine gibt es bereits, auch individuelle Führungen und Besichtigungen sind nach Absprache (gerne per Email an Hoormann-Haus@web.de) möglich. 

Über das Künstlerpaar Hoormann

Hermann Hoormann stammt aus Meppen im Emsland. Seine Frau Christine, die in Bad Kreuznach geboren wurde und mit der er das Geburtsjahr 1933 teilt, lernte er während seines Kunststudiums in Mainz kennen. Seit Mitte der 60er Jahre waren beide als Kunsterzieher im Nordpfalzgymnasium tätig und prägten Generationen von Schülern. Vor allem Hermann Hoormann erwarb sich als Maler und Grafiker überregional hohes Ansehen und stellte europaweit aus. 

Hermann Hoormann gilt als Vertreter des phantastischen Realismus. Seine Arbeiten sprudeln über vor manierierten, verspielten und grotesken Figuren, wobei sich einige davon, wie der Fisch, der Vogel oder auch die Schnecke, auf unterschiedlichste Art und Weise in vielen Arbeiten wiederfinden.  Besonderen Wert legte er – auch in den großformatigen Arbeiten – auf Details, die er mit großer Genauigkeit und Meisterschaft zeichnete und durch die seine Arbeiten manchmal an mittelalterliche Höllendarstellungen oder die Breugel’schen Wimmelbilder erinnern. Ein ironisch-satirischer Unterton in einigen seiner Arbeiten war dabei gewollt, denn es war durchaus sei Ziel, seine Betrachter zum Nachdenken anzuregen. Seine Bilder besprach er selten selbst, interessierte sich aber immer sehr für die Gedanken und Meinungen Anderer zu seinen Arbeiten.

Christine Hoormann, geborene Rothfuss, war Keramikerin. 
Auch sie begeisterte sich für das Groteske und Phantastische, wie die zahllosen Phantasiewesen in ihrem Werk erzählen. Auch organische Formen, die an Korallen oder Anemonen erinnern und wie gewachsen wirken, finden sich in ihrem Werk immer wieder. Bei der Glasur ging sie besondere Wege – sie verwendete nie gekaufte Glasuren, sondern brachte von ihren Reisen Sande und andere Materialien mit, die sie selbst mischte und dann zum glasieren ihrer Arbeiten verwendete - so erklärt sich auch die besondere, natürlich sanfte Farbgebung ihrer Arbeiten.  
Viele ihrer Werke sind für den alltäglichen Gebrauch gedacht, sie fertigte zum Beispiel Keramikkacheln, Türschilder, Grabsteine oder bemalte mit großem Einfallsreichtum die Fliesen in den Badezimmern des Hoormann-Hauses. Auch die „Wächter“ auf dem Dach des Atelierhauses stammen von Christine Hoormann. 

Die nächsten Termine im Hoormann-Haus:

Über den Winter ist Veranstaltungspause im Hoormann-Haus. 

Die nächsten Veranstaltungen beginnen im März und April 2026.

Über die Stiftung

von Dr. Thomas Behnke, stellvertretender Stiftungsvorstand

Es ist still geworden um Hermann und Christine Hoormann. Doch das soll sich ändern: Eine Stiftung ist ins Leben getreten, die sich nun, nach dem Tod des beliebten und unvergessenen Bolander Künstlerehepaares, ihrem Erbe in vielfacher Hinsicht annehmen möchte.

Künstlerisches Aushängeschild des Donnersbergkreises

Seit den späten 60er Jahren Wahlnordpfälzer, waren Christine und Hermann Hoormann für Jahrzehnte ein Kristallisationskern künstlerischen Lebens am Donnersberg. Auch wenn die Themen ihrer Malerei, Grafik und Keramiken, weit ausgriffen in die Fernen freier Fantasieentfaltung, waren beide als Künstler wie als Menschen geerdet in ihrer Wahlheimat, nahbar, auch stets bereit, beizutragen zur Arbeit etwa lokaler Initiativen. Insbesondere Hermann Hormann wurde mit seinen Jahresausstellungen, mit seinen Vignetten, Karikaturen, Zeichnungen in vielen Publikationen von der „Rheinpfalz“ über Festschriften bis hin zum Donnersbergjahrbuch nachgerade zum „Illustrator des Donnersbergkreises“ und zu seinem künstlerischen Aushängeschild. 2017 starb zunächst Christine Hoormann, im Juni 2022 dann ihr zu dieser Zeit 88-jähriger Mann. Da beide keine Nachfahren hinterlassen haben, verfügten sie schon zu Lebzeiten, dass ihr künstlerischer Nachlass und ihr Vermögen aufgehen sollen in einer Stiftung. Deren Zweck soll sein, ihr Werk zu bewahren, es weiterhin zugänglich zu halten und nicht zuletzt den Fantastischen Realismus, die Stilrichtung, die Hermann Hoormann als Künstler gelebt hat, zu fördern. 

Entstehung der Hoormann-Stiftung

Der Wunsch ist das eine, ihn rechtskonform und rechtssicher umzusetzen das andere, was viel Zeit in Anspruch genommen hat. Der kommunalen Seite als Aufgabe angetragen, hat es der Landkreis übernommen, die Stiftungsgründung in die Wege zu leiten. Das mit Stiftungsrecht vertraute Notariat Keim aus Ingelheim sorgte für deren rechtliche Vorklärung. Mitte 2024 gab es grünes Licht, mit der Wahl eines dreiköpfigen Beirates durch den Kreistag die Stiftung konkret werden zulassen. Gewählt wurden Sabine Wienpahl, die Bürgermeisterin der VG Kirchheimbolanden, der Künstler und langjährige Vorsitzende des Kunstvereins Donnersbergkreis Detlof von Borries und Ludger Grünewald, Berufsschullehrer und früherer Schüler Hermann und Christine Hoormanns in deren Zeit als Kunsterzieher am Nordpfalzgymnasium. In einem zweiten Schritt wählte dieser Beirat Landrat Rainer Guth zum Stiftungsvorsitzenden und Thomas Behnke, Rheinpfalz-Redakteur und ebenfalls ehemaliger Hoormann-Schüler, zu dessen Stellvertreter. Damit waren die Organe der Stiftung im September 2024 etabliert, sie selbst dadurch handlungsfähig. Als Name wurde in der Satzung festgeschrieben: Hoormann-Stiftung – Kunststiftung im Donnersbergkreis.

Seither ist vieles geschehen, freilich noch wenig davon öffentlich sichtbar. Es galt, sich vertraut zu machen mit dem Nachlass, mit Haus und Anbau und den laufenden Verpflichtungen bei Versorgern und Versicherungen, die mit der Immobilie zu tun haben, mit den Vermögenswerten – und nicht zuletzt mit dem Kunstbestand im Haus, dessen Sichtung gerade erst begonnen hat. Wichtige erste Entscheidungen betrafen die technische Sicherung der Immobilie gegen Einbruch und vor Schäden durch Leitungswasser, Ausfälle von Elektrik oder Heizung und ähnliches, Fragen der Vermögensverwaltung, aber auch ganz alltägliche Themen wie die künftige Pflege von Haus und Garten. Die Ausrichtung der Stiftung, aber auch die vielen Möglichkeiten, die das Anwesen insbesondere nach der Erweiterung des Wohnhauses um das stattliche Galerie- und Ateliergebäude Ende der 90er Jahre bietet, stimmen den Vorstand zuversichtlich, dass die junge Einrichtung auch interessant und attraktiv sein könnte für künftige Zustiftungen von Personen, die etwa bei fehlenden Erben auf der Suche sind nach einem sinnvollen Adressaten ihres Nachlasses. 

Wieder Leben im Hoormann-Haus

Ziel der Stiftungsverantwortlichen ist es, das Hoormann-Haus rund um das Werk seiner beiden früheren Bewohner zu einem lebendigen Kunstzentrum werden zu lassen. Entstehen soll ein Haus mit Ausstellungsbetrieb, mit offenen Türen für Kindergärten und Schulklassen, für Treffen und Begegnungen. Auf längere Sicht sollen die vorhandenen Räumlichkeiten, die für Wohnen wie Arbeiten optimal ausgestattet sind, auch für Stipendien, Forschungs- und Arbeitsaufenthalte zur Verfügung gestellt werden können. Diesen Themen gilt die sicher wichtigste Entscheidung der Findungsphase der Stiftung: die Einstellung der Kunsthistorikerin Annika Treiber als Sammlungsleiterin und Kuratorin und damit als Herz und Seele des Hoormann-Hauses. Sie hat die Aufgabe mit fühlbarer Freude und Begeisterung angenommen und geht es nun an, das Haus mit Leben zu füllen und den Namen Hoormann wieder in künstlerischen Kontexten zur Geltung zu bringen. Begonnen hat inzwischen der Aufbau eines Freundeskreises zur Unterstützung der Arbeit der Stiftung – der Zulauf zu ersten Treffen Interessierter war unerwartet groß und belegte, dass vielen Donnersbergern die Kunst Hermann Hoormanns und seiner Frau sehr am Herzen liegt und man sich darauf freut, dass da etwas in Bewegung kommt. 

Als Fanal an die Öffentlichkeit und in Anknüpfung an eine alte Tradition wurde die Kirchheimbolander Kulturnacht - seit 2002 das Präludium des Residenzfestes – ausgewählt als Tag und Anlass der ersten öffentlichen Einladung in das Hoormann-Haus seit dem Tod des Ehepaares. Bei dieser Gelegenheit sollte die Ausstellung ein letztes Mal so zu sehen sein, wie Hermann Hoormann sie hinterlassen hat, also sozusagen mit der Hängung der Werke von letzter Hand. Danach soll die Ausstellung im Galeriegebäude neu konzipiert und gestaltet werden, auch mit Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen. Denn der Bestand an Kunst im Haus ist schlicht immens. Die Anzahl der Gemälde, Grafiken und Keramiken dürfte in die Tausende gehen, wobei testamentarisch verfügt ist, dass etwa die Restbestände an Drucken – Radierungen, Kupferstiche, Linolschnitte u.ä. – zugunsten der Arbeit der Stiftung veräußert werden können bis auf je ein Archiv-Exemplar und die Druckplatten. 

Kontakt & Freundeskreis

Kontakt

Hoormann-Haus
Sammlungsleiterin Annika Treiber
Friedenstraße 10-12
67295 Bolanden 
Hoormann-Haus@web.de
www.Hoormann-Haus.de

 

Newsletter und Freundeskreis

Es besteht derzeit ein lockerer Kreis aus Menschen, die besonders an der Kunst von Hermann und Christine Hoorman interessiert sind und die die Arbeit und das Werden im Hoormann-Haus begleiten möchten. 

Wenn Sie gerne zu den Veranstaltungen im Hoormann-Haus eingeladen werden wollen und / oder Interesse daran haben, beim Freundeskreis mitzuwirken, freuen wir uns über eine kurze Nachricht an

 hoormann-haus@web.de

 – wir nehmen Sie dann gerne in den 
Email-Verteiler auf!

Rückblick auf Veranstaltungen im Hoormann-Haus

Entdecke die Schnecke!
Vorschulkinder der Stettener Kita Haus Elisabeth erkunden das Hoormann-Haus in Bolanden 

„Was ist das denn?“ Die Vorschulkinder der Kita Haus Elisabeth in Stetten machen große Augen. In der Tür steht Kunsthistorikerin Annika Treiber, und in der Hand hat sie Kurt, den Kunstkoffer. So einen haben die Kinder ja noch nie gesehen! Kurt ist aber auch etwas ganz Besonderes: er arbeitet im Hoormann-Haus in Bolanden und hilft Annika Treiber bei der Kunstvermittlung. Nachdem die Kinder gemeinsam Kurts Deckel aufgeklappt haben, können sie erforschen, was er ihnen mitgebracht hat: Bilder und eine Menge Skizzenbretter und Bleistifte. 

Auf den Bildern sind Kunstwerke zu sehen, die vor allem eines gemeinsam haben: Schnecken, die irgendwie anderes aussehen als die, die im Weinberg umherkriechen, viel bunter und interessanter. Diese Arbeiten, erzählt Annika Treiber den Kindern, stammen von Hermann und Christine Hoormann. Die beiden waren Künstler und hatten ihr Atelier im Hoormann-Haus in Bolanden.  Schnecken haben die beiden Künstler immer wieder fasziniert, sie finden sich in vielen Werken der Beiden auf unterschiedliche Art und Weise wieder. Auch ihr Atelier haben sie wegen seiner gewundenen Treppe „Schneckenhaus“ genannt. Inspiriert von den Arbeiten zeichnen die Kinder nun selber: Auf den Skizzenbretten entwerfen sie mit Bleistift auf Papier die abenteuerlichsten Schnecken, den bei einer Skizze ist alles erlaubt. Am Schluss werden die Blätter natürlich noch signiert, so wie bei echten Künstlern. Ehe Kurt und Annika sich verabschieden, laden die beiden die Kinder noch ins Hoormann-Haus ein. 

In der Woche darauf ist es dann soweit: Die Stettener Vorschulkinder gehen auf die Reise nach Bolanden. Auch hier wartete Kurt, der Kunstkoffer, wieder auf sie. Diesmal hat er bunte Holzklötze dabei, mit dem jedes Kind bei einem Rundgang durch das Hoormann-Haus sein oder ihr Lieblingsbild markieren darf. Bei der anschließenden gemeinsamen Führung stellt sich heraus, dass den Kindern ganz unterschiedliche Dinge aufgefallen sind und ihnen ganz verschiedene Arbeiten zusagen: manche mögen Farbe und besonders bunte Bilder, anderen gefällt das fliegende Wildschwein, ein Keramik-Tier oder das Schiff mit einem Bug aus Schneckenhäusern. Annika Treiber begleitete die Gruppe, erklärt und berichtet nebenbei immer wieder Kleinigkeiten aus dem Leben von Hermann und Christine Hoormann oder Details zur Kunst.

Weil so viel Kunst-gucken hungrig macht, gibt es im Anschluss an die Führung erst mal ein Frühstück und eine Tobepause im Freien. Danach geht es an die Arbeit, den nach dem Kunst anschauen kommt natürlich das Kunst machen! Mit Unterstützung ihrer Erzieherinnen formen die Kinder ihre eigenen, phantastischen Schnecken aus selbsthärtendem Ton. Dabei kommen allerlei Spannendes zum Vorschein: Eine Schnecke hat Stacheln, eine trägt eine Krone als Haus, eine dritte einen dicken Schal um den Hals und eine andere hat ein Haus mit ganz vielen Balkonen. Die Kinder strotzen nur so vor Ideen und jedes formt seine ganz eigene, individuelle Schnecke. 

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